Grundsätzlich kann die konkrete Aussicht auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag der Einberufung zum Grundwehrdienst entgegenstehen. Dies bestätigte am 12.06.2006 das Verwaltungsgericht Minden. Auf Grund der angespannten Lage auf dem Arbeitsmarkt im Allgemeinen und im Bereich der kaufmännischen Berufe, den der Kläger im oben genannten Verfahren ausübte, im Besonderen, sei der Verlust eines durch den Arbeitgeber bereits zugesagten Arbeitsplatzes als besondere Härte zu qualifizieren. Wird durch die Einberufung dem Arbeitnehmer die gesicherte Möglichkeit genommen, in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen zu werden,  kann dieser Nachteil durch eine spätere Heranziehung zum Wehrdienst verhindert werden, so dass ein Zurückstellungsgrund vorliegt.

Stand: 10.07.2006   Quelle: Nordkurier