Mit der Höhe der Anzahlung bei Pauschalreisen befasste sich am 20.06.2006 der Bundesgerichtshof (Aktenzeichen X ZR 59/05). Danach ist es zulässig, dass der Reiseveranstalter ein Fünftel des Preises verlangen kann, auch wenn der Urlaub noch in weiter Ferne liegt. Zum einen ist die Abweichung von dem gesetzlichen Grundsatz, dass die Reiseleistung und die Zahlung nacheinander zu erfolgen hat, zulässig. Zum anderen wird der Reisende durch eine 20 %ige Anzahlung nicht unangemessen belastet, denn durch den im Gesetz verankerten Sicherungsschein ist der Reisende vor einer Insolvenz des Reiseveranstalters abgesichert. Im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens vor Reiseantritt bekommt der Reisende vom Absicherer seine Anzahlung erstattet. Insofern sollte nie eine Anzahlung ohne Überreichung eines entsprechenden Sicherungsscheins erfolgen. Die Frage, ob eine höhere als 20%ige Anzahlung zulässig ist, ließ der BGH offen. Ob eine 50%ige Anzahlung zulässig ist, kann demnach pauschal nicht beantwortet werden. Es bedarf einer Einzelfallentscheidung. Allerdings bleibt zu beachten, dass der Reisende auch bei einer 50%igen Anzahlung ausreichenden Schutz über den Sicherungsschein erhält.

Stand: 10.07.2006   Quelle: Nordkurier