Nicht ganz, denn ein Tierarzt schuldet neben der Behandlung auch die Beratung und Aufklärung über deren Vor- und Nachteile und über etwaige Risiken, so dass er sich bei Verletzung dieser Pflichten grundsätzlich schadensersatzpflichtig machen kann. Allerdings gelten die im Bereich der Humanmedizin entwickelten strengen Grundsätze zur Aufklärung über Operationsrisiken nicht für tierärztliche Behandlungen. Das wurde am 24.02.2005 vom Kammergericht Berlin (Aktenzeichen 20 U 31/04) entschieden. Während der Humanmediziner über alle in Betracht kommenden Risiken aufklären muss, auch über die, mit denen normalerweise nicht zu rechnen ist, gilt für die Aufklärungspflicht eines Tierarztes, dass diese umso größer ist, je wertvoller das Tier, je teurer die Behandlung und je weniger dringlich sich die Behandlung darstellt. Die Aufklärung muss sich folglich nicht auf alle möglichen Komplikationen beziehen. Insofern kann die Verletzung einer Aufklärungspflicht durchaus zu Schadensersatz führen, allerdings ist die Schwelle, wann diese Pflicht verletzt ist, in der Praxis selten überschritten.

Stand: 02.03.2006   Quelle: Nordkurier