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Im Sozialrecht (z.B.: Rentenangelegenheiten, Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises) fallen in der Regel Rahmengebühren an. Bei Rahmengebühren ist der Anwalt verpflichtet, vom Gebührenrahmen nach billigem Ermessen Ge-brauch zu machen. Hierbei muss er alle Umstän-de des Einzelfalles berücksichtigen (§ 14 RVG), vor allem den Umfang und die Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit, die Bedeutung der Angelegenheit für den Auftraggeber, sowie die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Auftraggebers. Auch ein besonderes Haftungsrisiko des Anwalts kann bei der Bemessung herangezogen werden.
interne Tätigkeit
nur gegenüber dem Mandanten (Beratungsmandat)
Seit dem 01.07.2006 wird die Höhe der Gebühr für die Beratung gegenüber dem Mandanten durch das RVG nicht mehr vorgeschrieben. Für interne Tätigkeit, also eine mündliche oder schriftliche Beratung, erhält der Rechtsanwalt entweder die mit dem Mandanten vereinbarte Gebühr oder die übliche Vergütung. In der Kanzlei Dulitz fallen in der Regel zwischen 50,00 € bis 190,00 € an.
aussergerichtliche Tätigkeit
gegenüber den Mandanten und Dritten (Vertretungsmandat)
Bei außergerichtlicher Tätigkeit nach außen hin (z.B.: gegenüber Behörden) beträgt der Gebührenrahmen:

- der Geschäftsgebühr 40,00 € bis 520,00 € (i.d.R. 240,00 €) gem. Nr. 2500 VV RVG;

- der Einigungsgebühr 40,00 € bis 520,00 € (i.d.R. 240,00 €) gem. Nr. 1005 VV RVG , wenn der Anwalt beim so mitwirkt, dass der Streit beigelegt wird.

gerichtliche Tätigkeit
Kommt es zu einem Prozess (oder wurde Prozessauftrag erteilt), so fallen für die anwaltliche Vertretung unter Umständen 3 Gebühren mit folgenden Betragsrahmen:

-   die Verfahrensgebühr 40,00 € bis 460,00 € (i.d.R. 250,00 €) gem. Nr. 3102 VV RVG;

- die Terminsgebühr für die Wahrnehmung von Terminen 20,00 € bis 380,00 € (i.d.R. 200,00 €) gem. Nr. 3106 VV RVG;

-   die Einigungsgebühr 30,00 € bis 350,00 € gem. Nr. 1006 VV RVG für die Mitwirkung des Anwalts an einem Vertrag/Vergleich, durch den der Streit beigelegt wird.

Diese Gebühren fallen in jeder Instanz an. Im Berufungsverfahren erhöht sich die Verfahrensgebühr auf 50,00 € bis 570,00 €, die Terminsgebühr bleibt bei 20,00 € bis 380,00 €. Die Einigungsgebühr beträgt 40,00 € bis 460,00 €.  Die außergerichtlich entstandene Geschäftsgebühr wird auf die gerichtliche Verfahrensgebühr angerechnet. Wenn der Anwalt zuerst außergerichtlich und dann gerichtlich in derselben Angelegenheit tätig wird, muss der Mandant also neben den Gebühren für die gerichtliche Tätigkeit nur einen Teil der Geschäftsgebühr für die außergerichtliche Tätigkeit zahlen. Der Betragsrahmen der Verfahrensgebühr beträgt dann lediglich 20,00 € bis 320,00 € gem. Nr. 3103 VV RVG. Neben den jeweiligen Gebühren erhält der Anwalt für seine Auslagen eine Auslagenpauschale von max. 20,- Euro. Außerdem muss die jeweilige Mehrwertsteuer berechnet werden, die an das Finanzamt abgeführt wird. Wenn Sie den Prozess gewinnen, muss der Verlierer diese Kosten erstatten.

Besonderheiten
Im Sozialrecht gilt der allgemeine Grundsatz, dass der Verlierer eines Rechtsstreits dem Gewinner die Kosten zu erstatten hat. Mithin trägt die unterliegende Partei die eigenen Anwaltskosten, die Anwaltskosten der obsiegenden Partei und alle anfallenden Gerichtskosten.

Außerdem können unter Umständen für die Vergütung der anwaltlichen Tätigkeit nicht die Betragsrahmengebühren sondern die gängigen Gegenstandsgebühren (vgl. Kosten im Verwaltungsrecht) entscheidend sein. Das richtet sich u.a. nach den geltend gemachten Ansprüchen des Mandanten.

(Quelle: Anwaltsvergütung - Ein kurzer Leitfaden, Herausgeber. Bundesrechtsanwaltskammer, Littenstr. 9, 10179 Berlin, 2. Auflage 2004, Stand: 01.07.2004)