Der Bundesfinanzhof hat sich am 09.11.2005 (Aktenzeichen VI R 27/05) und am 16.11.2005 (Aktenzeichen VI R 64/04) mit der Frage beschäftigt, welche Anforderungen an ein Fahrtenbuch zu stellen sind, das dem Nachweis des Verhältnisses der dienstlichen Fahrten zur Privatnutzung dienen soll. Dabei ist der Bundesfinanzhof zu dem Ergebnis gekommen, dass ein solcher Nachweis neben vollständigen und fortlaufenden Aufzeichnungen insbesondere auch voraussetzt, dass das Fahrtenbuch zeitnah geführt worden ist und dass es zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr ohne größeren Aufwand geändert werden kann. Demnach wird ein Fahrtenbuch, das nachträglich anhand von losen Notizzetteln erstellt wird, nicht anerkannt. Auch wird der Ausdruck einer mit Hilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms (z.B. MS Excel) den Anforderungen eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs nicht gerecht, wenn an dem bereits eingegebenen Datenbestand auf Grund der Funktionsweise der Software nachträgliche Veränderungen vorgenommen werden können, ohne dass deren Reichweite in der Datei selbst dokumentiert und offen gelegt werden.

Stand: 28.05.2006   Quelle: Nordkurier